Gold Squadron Podcast Space Jam TTS Turnier

Autor: Michael ” Malazath “

Nachdem Dion Morales sein großes TTS-Turnier mit 148 Teilnehmern ankündigte, zögerte ich kurz, ob ich teilnehmen möchte. 20 Dollar Teilnahmegebühr und Start um 17 Uhr für ein 6 Runden-Turnier mit einer geplanten Dauer von 11 Stunden, war schon eine Ansage. Aber ich letztlich dachte mir, versuchen kann man das ja mal, zumal ich schon immer mal mit den Amerikanern spielen wollte. Und um es vorwegzunehmen, es hat sich gelohnt!

Organisation:

Schon im Vorfeld erhielt man mit der Anmeldung ein ausführliches Dokument, in dem stand, worauf man achten sollte. Dies ging von Details des Registrierungsprozesses bis hin zu Hinweisen, in welchem Umfang Listen am Turniertag im TTS zu spawnen seien, nämlich mit Ersatzschiffen und Rädern, um versehentlich gelöschte Komponenten ohne Zeitverlust wiederherzustellen. Es war geklärt, welcher Spieler den Spieltisch zu eröffnen und wie er ihn zu bezeichnen hatte. Parallel dazu veröffentlichte GSP kleine how-to-do Videos auf Youtube zur Nutzung des Tabletop Simulators. All das zusammen ließ eigentlich keine Frage offen.

Discord war als Kommunikationsmittel obligatorisch und im Vorfeld wurden alle erforderlichen Chat Rooms erstellt und zwar für jeden einzelnen Tisch und weitere Kanäle für die Orga und die Judges.

Durchführung:

Pünktlich um 16:20 erschien Dion im allgemeinen Turnierchat und wies noch einmal auf alle wichtigen Punkte hin. Danach wurden auf tableto.to die Pairings für Runde 1 erstellt und es gab ein erstes kleines technisches Problem. Scheinbar war TTT diesem „Ansturm“ nicht gewachsen, die Ladezeiten für die Seite waren beträchtlich. Mit dem Pairing startete ein 85 Minuten Timer, so dass für 10 Minuten blieben, um den Tisch zu starten/finden.

Am Ende der Runde gab es dann erneut Probleme mit den Ladezeiten und der Übermittlung der Ergebnisse, was uns auch noch in Runde 2 begleiten sollte. Danach änderte die Turnier-Orga das Prozedere. Für die Pairings gab es einen Downloadlink zu einer PDF-Datei und die Ergebnisse wurden vom Sieger über einen Link zu einem gut gestalteten Google-Doc übermittelt. Das entschärfte das Problem nahezu vollständig.

In Summe führte das aber nur zu einer Verzögerung von einer Stunde über das gesamte Turnier, so dass es letztlich 12 Stunden dauerte.

In den ersten 3 Runden empfand ich den Zeitplan schon sehr straff und war tatsächlich auch etwas gestresst, da meine ersten 3 Spiele über die volle Zeit gingen und kaum Zeit zum Toilettengang und zur Verpflegung blieb. Nach Runde 3 war eine 20-minütige Pause, danach gings etwas entspannter weiter.

Meine Liste

Ich trat mit BoFrost an, in der Auslegung wie ich sie zuletzt am häufigsten gespielt habe:

  • Boba Fett (110) Maul, Proton Bombs, Contraband Cybernetics, Hull Upgrade, Slave I,
  • Koshka Frost (90) Crack Shot, 0-0-0, Proton Bombs, Rigged Cargo Chute, Hull Upgrade

Runde/Spiel 1

gegen Christopher J. (USA)

Gina Moonsong A/SF-01 B-wing (50)

  • Ten Numb A/SF-01 B-wing (56), Composure, Fire-Control System, Jamming Beam, Autoblasters, Stabilized S-foils
  • Ezra Bridger Sheathipede-class Shuttle (56), Kanan Jarrus + R4 Astromech
  • Arvel Crynyd RZ-1 A-wing (37), Intimidation

Das Matchup schien mir ganz O.K. Mein schnell zurecht gelegter Gameplan sah vor zunächst Ten Numb, dann Gina auszuschalten, was dann noch über wäre, sollte handlebar sein.

Es gelang mir auch ihn exakt so umzusetzen, nur mit einem Schönheitsfehler, der mich vermutlich das Spiel gekostet hat. In Runde 3 plante ich mit Koshka ein Block gegen Ten zu setzen, stellte dazu eine harte 2 rechts ein und wollte anschließend links boosten. Mit der 2-hart hatte ich mich jedoch verschätzt, die 1-hart wäre erforderlich gewesen, um den Block zu setzen. Statt des Blocks fing sich Koshka dadurch 5 Treffer von Ten ein. Der B-Wing Titel ist nicht ohne und der Autoblaster sollte mir im weiteren Turnierverlauf noch gehörigen Respekt vor diesem Upgrade einflößen.

Im Endgame stand dann Boba, der nur noch einen Treffer erhalten durfte, um nicht halbe Punkte abzugeben, gegen Ezra ohne Schild und Jake auf 2 Hülle. Boba folgte Ezra und wurde seinerseits von Jake gejagt. Ich wollte nicht auf Range 1 an Ezra boosten, da ich sowohl Focus wie auch Force einsatzbereit haben wollte. Mir schien das in der Zange zwischen zwei Schiffen mit nur 2 Angriffswürfeln defensiv sicherer als 1 Re-Roll, aber auch 1 Angriffswürfel mehr von Ezra. Natürlich musste der Blankout dann in einer Situation trotz Re-Roll kommen, in der nur Jake schoss. Boba erhielt 2 Treffer. In der Runde darauf drehte Jake natürlich ab, biss dann aber wenigstens selbst auf Range 3 ins Gras. Am Ende fehlte mir 1 Treffer auf Ezra zum Sieg.

Niederlage 143:145

Runde/Spiel 2

gegen Trevor G. (Kanada)

  • Ten Numb A/SF-01 B-wing (53), Autoblasters, Stabilized S-foils
  • Braylen Stramm A/SF-01 B-wing (57), Autoblasters, Stabilized S-foils
  • Garven Dreis T-65 X-wing (54), Selfless + R5 Astromech + Servomotor S-foils
  • Jake Farrell RZ-1 A-wing (36)

Eine sehr ähnliche Liste, auf dem Papier bedrohlicher, aber wie sich zeigte in Händen eines weniger erfahrenen Spielers als in Runde 1. Es gibt tatsächlich wenig Aufregendes zu berichten aus diesem Spiel. Ich hätte bevorzugt auch hier lieber die B-Wings ausgeschalten, musste mich aber mit dem begnügen, was ich angeboten bekam, da einer B-Wings etwas aus dem Gefecht getragen wurde.

Erwähnenswert ist vielleicht Garvens Ende, der es auf etwas kuriose Weise besiegelte. Bereits gestresst wählte mein Gegner einen K-Turn als Manöver und rumpelte mit der erzwungenen weißen 2-Gerade damit auch noch auf das Trümmerfeld, das ihm Koshka noch vor die Nase legte, um in Range 1 zu ihr dort zu parken.

Sieg: 143:45

Runde/Spiel 3

gegen Ryan C. (USA)

  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (28), Tractor Beam
  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (28), Tractor Beam
  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (28), Autoblasters
  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (28), Autoblasters
  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (28), Autoblasters
  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (30), Heavy Laser Cannon
  • Cartel Spacer M3-A Interceptor (30), Heavy Laser Cannon

Das gefiel mir gar nicht! Von M3a’s hatte ich schon einiges gehört, aber noch nie gegen etwas dieser Art mit BoFrost gespielt und schon ordentlich Respekt vor Autoblastern. Die Anwesenheit von 2 Traktorstrahlern machte das miese Gefühl nicht besser.

Mein Gegner stellte die 7 Schiffe mittig in 2 Reihen, aber sehr breit auf. Ich entschloss mich zu versuchen ihn in einen diagonalen Anflug zu zwingen, in der Hoffnung, dass er so im ersten Engagement nicht mit allen Schiffen würde feuern können. Also stellte ich Koshka rechts auf und Boba leicht mittig rechts, um ihn dann ebenfalls um den rechten Eck-Asti herum ins Gefecht zu führen und flog sehr langsam los.

Der Plan ging auf. Ich erhielt beim ersten Schusswechsel nur 1 Treffer auf Koshka, konnte aber einen der Traktor-M3a’s auf 1 Hülle schießen. Jetzt gings aber recht eng zu. Es gelang mir Koshka mit 3-bank links + Boost zwischen Asti und Schwarm hindurchzupressen und Boba ging mit 3-bank rechts am Schwarm vorbei. Wieder konnten zwar nicht alle Schiffe des Schwarms feuern, auch wenn Koshka weitere Treffer einstecken musste. Dafür war sie nun in Traumposition für eine Bombe in der nächsten Runde und Boba würde sich mit einer Talonroll hinter den Schwarm setzen können. Die folgende Protonenbombe Koshkas traf gleich 4 Schiffe. Zudem verwickelte sich der Schwarm in einige Bumps, so dass der Schadensoutput auf Koshka moderat blieb.

Auf Koshkas Weg zur linken Ecke auf meiner Seite starben 3 M3a’s durch Bomben und Beschuss von vorne und hinten. Dort angekommen musste ich sie aber mit einer Tallonroll drehen, wenn ich nicht auf eine Schussrunde verzichten und zudem dem Gegner die Flanke anbieten wollte. Der Preis dafür war, dass Sie in der nächsten Runde über diesen Asti fliegen würde müssen. Ich hatte 2 sinnvolle Optionen: 3-bank links oder 4 gerade. Da ich das Bank-Manöver für nicht blockbar hielt entschied ich mich dafür, hatte mich aber getäuscht. Schlimmer noch: Koshka stand nun auf dem Asti und starb ohne nochmal zu schießen. Die 4-gerade wäre wohl zu meinen Gunsten vorentscheidend gewesen. Nun musste sich der zwar nur leicht beschädigte Boba mit dreieinhalb M3a’s herumschlagen. Schließlich gab er noch halbe Punkte ab, nachdem ihn eine Schwere Laserkanone voll erwischt hatte. Letzte Runde: Der Gegner hat noch eineinhalb M3a’s am Feld. Ich war mich nicht sicher, ob ich noch vorne liege. Schnell das bereitliegende Tablet konsultiert und nachgerechnet. TTS begünstigt die elektronische Kriegsführung! Ok, ich liege 12 Punkte vorn. 3-bank + Boost und ab dafür.

Sieg: 157:145

Runde/Spiel 4

gegen Aron D. (USA)

  • Nom Lumb JumpMaster 5000 (44), Autoblasters,.Feedback Array
  • Captain Jostero Kihraxz Fighter (42)
  • Torani Kulda M12-L Kimogila Fighter (56), Snap Shot
  • Sol Sixxa Scurrg H-6 bomber (57), Skilled Bombardier + Seismic Charges + Proximity Mines

Dieses Spiel habe ich episch verkackt! Kennt ihr das? Wenn man nach dem ersten Manöver erkennt, obwohl der Gegner noch wirklich weit entfernt ist, dass man es versaut hat? So ging es mir mit Boba.

Die Frage war, komme ich, wenn ich weiter nach vorne fliege, mit 3-bank rechts und Boost am Spielfeldrand entlang halbwegs ungeschoren davon oder versuche ich etwas (vermeintlich) moderat Riskantes, womit der Gegner vielleicht nicht rechnet. Ich lern halt auch nix dazu. Als hätte ich mit fancy flying je etwas Gutes bewirkt…

Ich wollte also mit einer harten 1 um das rechte untere Trümmerfeld herum und boosten, um danach dem diagonal anfliegenden Gegner in die Flanke zu gehen. Gut gedacht, schlecht gemacht. Was man auf einem echten Tisch recht zuverlässig einschätzen kann, ist im TTS dann doch nochmal ein bisschen schwieriger. Boba blieb ums Haar an dem Trümmerfeld hängen, konnte nicht boosten und wurde auf halbe Punkte geschossen. Zur Krönung gab es noch den Lose Stabilizer Crit obendrauf, damit ich ja möglichst ausrechenbar bleibe. Mein Gegner setze mir daraufhin Sol Sixa vor die Nase, in den ich hinein bumpen musste, schoss Boba weiter zusammen, legte mir in der nächsten Runde die Mine unters Schiff, triggerte damit Jostero und Boba war Geschichte. Das ganze Spiel ein einziges Gemetzel.

Niederlage: 29:200

Runde/Spiel 5

gegen Al L. (USA)

  • Luke Skywalker T-65 X-wing (86), Heightened Perception, Proton Torpedoes, R2-D2, Servomotor S-foils
  • Thane Kyrell T-65 X-wing (55), R2 Astromech, Servomotor S-foils
  • Biggs Darklighter T-65 X-wing (48), Servomotor S-foils

Es war nun schon fast 1 Uhr morgens und in der Pause zwischen Spielen, die ja wegen des vorhergehenden Massakers unfreiwillig lang ausfiel, spürte ich erstmals etwas Müdigkeit. Dafür schien mir diese Liste eine lösbare Aufgabe zu sein, beunruhigend waren nur die Protonentorpedos.

Erfreulicher Weise machte der erste prompt nur 2 Schaden auf Boba. Die Firesprays verursachten dagegen soliden und konstanten Schaden. Biggs wurde von einer Bombe abgeräumt, Luke war gezwungen Schilde regenerieren und auch Thane krebste nach einer Weile nur noch auf 2 Hülle samt Treibstoffleck herum. Leider brachte Luke den zweiten Torpedo auf Boba mit voller Wirkung ins Ziel und schoß in mir auf eine Hülle. Zum schon vorhanden Konsolenbrand gesellte sich somit mein heißgeliebter Loose Stabilizer. Schlecht. Aber wenigstens starb Luke noch in dieser Runde.

In der nächsten Runde erlaubte ich mir einen dummen Konzentrationsfehler. Im Bestreben sicher keinen Schuss von Thane zu bekommen, plante ich eine 3-bank mit Boba und wollte dann den Konsolenbrand reparieren. Das war dann ja wohl die falsche Reihenfolge. Doof, wahrscheinlich 55 Punkte verschenkt. Koshka hatte mit Thane aber keine großen Probleme mehr und erledigte ihn 2 Runden später.

Sieg: 200:110

Runde/Spiel 6

gegen Matt S. (USA)

  • Omega Squadron Expert TIE/sf Fighter (40), Fanatical, Advanced Optics
  • Omega Squadron Expert TIE/sf Fighter (40), Fanatical, Advanced Optics
  • Omega Squadron Expert TIE/sf Fighter (40), Fanatical, Advanced Optics
  • Omega Squadron Expert TIE/sf Fighter (40), Fanatical, Advanced Optics
  • Omega Squadron Expert TIE/sf Fighter (40), Fanatical, Advanced Optics

3.45 Uhr und 5 Mini-Firesprays zum Abschluss. Ich hätte mir etwas Entspannteres gewünscht. Wenigstens musste ich mir den Kopf nicht über ein Primärziel zerbrechen und mitrechnen war auch einfach. Das Spiel ließ sich auch ganz gut an. Mein Gegner konnte nur mit 3 Schiffen schießen und zwickte nur 1 Schild auf Koshka, gab aber schon Mal 20 Punkte ab.

Alles in allem – fand ich – hatte er zu viel Angst vor meinen Bomben und gab trotz zweier Feuerwinkel relativ viel Time on Target auf, um diesen auszuweichen. Es entwickelte sich ein sehr mobiles Gefecht, in dem sich vor allem Boba als extrem zähes Ziel erwies, während ich so nach und nach meine Punkte erzielte. Als ich kurz vor Schluss dann auf 100 Punkte kam, konnte ich mich entspannen, denn selbst der Verlust von Koshka, der aber keineswegs in Sicht war, hätte mich noch um den Sieg gebracht. Sieg: 100:45 und 4:2 als Turnierergebnis

Fazit

einer durchzockten Nacht

Als es um 4:30 ins Bett ging hatte ich 12 Stunden X-Wing-Marathon am PC hinter mir. Solange war ich nie zuvor auf, um zu zocken. Nicht einmal Vex Thal Raids in Everquest Anfang der 2000er Jahre haben einem derart lange Nachtsessions abverlangt.

Trotzdem finde ich, ist X-Wing am PC weniger anstrengend als am Tisch, weil man mehr oder weniger bequem sitzt. Müde bin ich aber jetzt, am Montag, immer noch.

Der Turnierablauf war trotz der kleinen, aber letztlich verschmerzbaren Beeinträchtigungen absolut rund. Ein paar Schnarchnasen gibt’s immer, die vergaßen Ihre Ergebnisse zu melden, aber für die paar Extraminutenpause war ich eher dankbar.

Die Kontakte zu den Spielern waren durchweg nett, wobei einem der Austausch zwischen den Spielen schon ein wenig fehlt. Vor allem als Squadrona Spieler kann man da ja auch gar nicht richtig jammern!

Wiederholungsgefahr: extrem hoch

Empfehlung an euch: unbedingt ausprobieren p.s. GSP plant so etwas auch für unsere Zeitzone