DM 2019 – Die perfekte Welle

Autor: Michael “Malazath”

T-Minus, far far away…

T minus 6, Rosenheim

Das monatliche Turnier in Rosenheim soll Lara und mir nochmal als letzter Test für die DM dienen. Mit dabei ist diesmal auch Sohnemann Diego, das mit 11 Jahren derzeit jüngste Young Ace der Squadrona. Da er unbedingt die Liste spielen wollte, die ich in Anlehnung an eine früher gespielte ähnliche Liste, Scum Assi 2 getauft habe (Torkil, Seevor, 3x Khirax), entschließe ich mich nochmal etwas neues auszuprobieren und packe Widerstand in die Tasche.

Konkret: Poe, Tallison, Finn, Cova Nell.

Diese Liste läuft aus dem Stand heraus prima, ich gehe 3:0 und verliere dann das „Finale“ mit nur 9 Punkten gegen Sven mit Chiraneau / Whisper, obwohl ich mir 2-3 Fehlentscheidungen leiste. Was mir zu denken gibt ist aber, dass auch die gewonnen Spiele mit nur +40 (Daniel), +9 (Peter) und +16 Punkten (Lara) recht knapp ausfallen.

Tatsächlich läuft es bei Diego unterm Strich besser, der mit nur einem Spiel mit Scum Assi 2 vor dem Turnier, auch ein 3:1 holt und auf Platz 4 noch vor mir landet. Lara mit ihrer abgespeckten Rebel Beef Liste (Cassian, Braylen, Blue Sdr. Pilot, Wedge) erzielt ein 2:2.

Erkenntnis

Wenn der unerfahrenste von uns damit so gut abschneiden kann, muss Scum Assi 2 echt gut sein.

T minus 3, München, zuhause

Lara testet Hera Ghost, Wedge, Jan gegen Scum Assi 2. Mein Anflug ist suboptimal, meine Zielauswahl ebenfalls. Ich schieße auf Hera, wobei nicht alle Geschütze in Reichweite sind. Hera nimmt zwar ordentlich Schaden, stirbt aber nicht.

Ok, das war auch unter besten Bedingungen nicht wirklich zu erwarten.

In der zweiten Beschussrunde geht sie vom Tisch, aber das war dann auch schon zu spät. Ich verliere das Spiel jedenfalls.

Erkenntnis

Das Primärziel für Scum Assi ist nicht zwingend das gefährlichste Schiff, sondern das Schiff, bei dem man nach dem 0-Setzen die beste Aussicht hat, es aus dem Spiel zunehmen, ohne dass es etwas tun konnte. Denn dann spielt der Gegner de facto nur mit einer 140-160 Punkte Liste.

T minus 2, München, zuhause

Ein weiterer Test mit Lara. Diesmal sie mit Scum Assi 2 und ich mit einer Liste, die mir Bene durchgefunkt hat, nämlich Fat Finn, Poe, und Nien Numb.

Das Spiel verläuft schockierend einseitig.

Ich verliere auf jedem Schiff jeweils einen Schild und das auch nur, weil sich die beiden T-70 zweimal ihren Focus für die Offensive gespart haben. Eigentlich wollte Lara ja auch die Scumliste in Düsseldorf spielen, ist jetzt aber schwer verunsichert.

Erkenntnis

Eigentlich ja eher Bestätigung, gegen halbwegs bewegliche Schiffe mit höherer Ini dürfte es hart werden. Nicht gerade ideal im Imperial Aces Meta.

T minus 1, München, zuhause

Bene schaut vorbei zu einem letzten Härtetest. In Spiel 1 stellt er gleich mal Finn, Poe, Nien auf den Tisch. Ich weiß: an Fat Finn kann man sich die Zähne ausbeißen, Poe muss ich wegen Black One gleich zweimal stellen, um ihm etwas antun zu können. Also muss ich zusehen irgendwie Nien unter Druck zu setzen.

Das gelingt.

Seine Time on Target ist moderat, seine Verteidigung ein wenig dürftig und ich erwische ihn. Am Ende habe ich auch Finn und Poe zur Hälfte, was für einen knappen Sieg reicht.

In Spiel 2 schlägt der Meister zurück. Ketsu, Talonbane und Teroch nehmen mich auseinander. Nicht zuletzt wegen eines Denkfehlers hinsichtlich Terochs Fähigkeit und der damit verbundenen Fehlentscheidung bei der Zielauswahl. Erkenntnis aus T minus 3 nicht berücksichtigt und böse eingesteckt: 0:200!

Erkenntnisse

Es kann auch gegen bewegliche Listen in der Hand eines sehr guten Spielers gut laufen und Vorsicht, wenn Ketsu auftaucht!
Ich entscheide mich dennoch für die Scumliste, packe vorsorglich aber auch 2 Wiederstandlisten ein. Lara ist unentschlossen. Bene leiht uns 2 Khiraxe und wir packen die Scum-Liste 2x ein, dazu noch Rebel Beef.

T minus 1, unterwegs

Lara und ich starten gegen 9:15 und die Fahrt zieht sich quälend lang. Baustellen, viel Verkehr. Man kann kaum mal schneller als 100-110 km/h fahren. Nervig, aber wir haben ja Zeit und die Fahrt war ja eh auch bewusst als ungestörte Vater-Tochter-Zeit gedacht. Quatschen und Musik hören, auch immer wieder mal schön. Gegen 16:30 Uhr dann eingecheckt und gleich weiter zum wichtigsten Programmpunkt des Wochenendes:

unsere Stammeisdiele am Rheinufer.

Anschließend bummeln wir durch die Altstadt und shoppen ein wenig, bevor bei einem Mexikaner zu Abendessen Platz nehmen. Also, ich esse. Lara schaut zu, denn sie ist von den 3 Rieseneiskugeln noch voll. An den zwei Tischen neben uns tummeln sich kuriose Gestalten. Ein Drehbuchschreiber hätte sich diese FAMILIE nicht besser ausdenken können! Hätten die nicht völlig akzentfreies, rheinisch eingefärbtes Deutsch gesprochen, ich hätte Stein und Bein geschworen:

Mexikanisches Drogenkartell! Jedes Klischee voll erfüllt.

An einem Tisch die Männer. 3 Generationen von ca. 13- 65 Jahren, einer korpulenter wie der andere, jeder – wirklich jeder – mit ausrasierten Haaren und scharfem, gegeltem Seitenscheitel. Die Frauen sitzen am anderen Tisch, die älteren davon auch nimmer die schlankesten, braungebrannt, Klunker behängt. Ich kann den Blick kaum abwenden. Später treffen wir noch Rolf auf ein Bier vor einem Irish Pub.

Im Hotel bringt mich Bene nochmal kurz ins Wanken, weil er mir mitteilt wie wenig Widerstand im Flight 1 gespielt wurde und wie leicht die Fraktionspreise abzugreifen sein könnten. Ich bleibe bei meiner Entscheidung, schlafe zum ersten Mal vor einem großen Turnier schnell ein und sogar durch.

Ein gutes Zeichen?

T-Day, Düsseldorf

Runde/Spiel 1

Mein Gegner kommt mit Ghost, Hwk und X-Wing an den Tisch. Gut, schon mal keine Asse. Aber eine Liste, gegen die ich noch wenige Tage zuvor verloren habe. Als die Karten auf dem Tisch liegen, keimt verhaltener Optimismus bei mir auf. Der X-Wing ist nicht Wedge, sondern Thane.

Der Anflug gelingt recht gut, die Ghost berührt eine Gaswolke und kann keine Aktion durchführen. Erkenntnis T -3 berücksichtigt, Thane auf Ini 0 gesetzt und abgeschossen. Die Ghost macht durch die Gaswolke keinen Schaden auf Torkil.

Läuft!

Lief auch weiterhin, nach etwa 45 Minuten stand es 200:38 für mich.

Lara hat sich für Rebel Beef entschieden und verliert gegen einen Drohnenschwarm.

Runde/Spiel 2

Wieder Rebellen, diesmal Wedge, Dutch, Braylen und AP5 mit Leia.

Das Matchup sagt mir zu.

Der Anflug verläuft erneut in meinem Sinn. Natürlich hat mein Gegner keine Möglichkeit mich groß auszutanzen, dass ich aber eine Vollsalve auf einen Ini 0 Wedge bekommen würde, hatte ich nicht erwartet. Er hatte den festen Feuerwinkel der Moldy Crow nicht auf dem Radar und nur auf den mobilen geachtet. Seevor strippt seinen Fokus, der Rest schießt ihn ab und nimmt Dutch auch noch 2 Schilde. Der zweite Gegner, der sein Spiel nun mit einem Bruchteil seiner Liste bestreiten muss. Es nimmt den aus meiner Sicht gewünschten, planmäßigen weiteren Verlauf und endet 200:19.

Lara verliert gegen einen Drohnenschwarm. Diesmal knapp und äußerst unglücklich.

Ich stehe nach 2 Runden mit einer MoV von 742 auf Platz 1.

WTF?!

Runde/Spiel 3

Nach der Mittagspause muss ich gegen Scum ran. Zuckuss, Sol Sixa mit Seismics und Annäherungsminen, Torkil und Seevor.

Wer spielt denn solche Schweinereien?! Das gehört von der Alderaaner Konvention verboten!

Der Anflug geht vollständig in die Hose. Einfach mal die Kante runter und dann eindrehen, war der Plan, denn dort befindet sich weit und breit nur eine Gaswolke und somit weniger Gefahr durch Seismics. Ich habe mich aber verschätzt, wo ich für ein günstiges Engagement eindrehen muss und stelle nun fest:

die einsame Gaswolke wird ein Problem werden.

Das versuche ich durch fancy maneuvering auszugleichen und mache es damit – natürlich – noch schlimmer. Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen, aber in dieser Phase habe ich auf Anfängerniveau gespielt. Ich verliere Seevor und einer der Khiraxe geht auf 1 Hülle, im Gegenzug machen meine unmodifizierten und von der Gaswolke verstellten Schüsse kaum Schaden. Mir ist klar, dass es jetzt nur noch um Schadensbegrenzung gehen kann. Ich fang mich wieder, spiele die Sache anständig zu Ende und verliere 116:200. Die Schadensbegrenzung ist einigermaßen gelungen.

Lara verliert gegen eine Jedi-Liste. Sie hat die Nase schon so halbwegs voll.

Runde/Spiel 4

Ich knabber noch an dem verkackten Spiel rum, da ruft mir Rudi zu:

„Auf geht’s, Michael!“

Rudi ” Decimator “

Oh nein, Teamduell und dann auch noch gegen Ghost, Jan und Wedge, also die wirklich harte Version dieser Liste. Hätte ich gerne drauf verzichtet.

Rudi hat auch prompt nicht verstanden, was mein Listenkonzept ist. Dabei ist das doch wirklich nicht schwer! ICH schieße ein Schiff von ihm raus, das nix tut und gewinne dann das Spiel. Und was macht er? ER schießt mir mit Jan und Hera einen Khirax raus, der nix mehr tut. Ich habe Glück, dass der Ini 0 Wedge gerade so auch noch stirbt, obwohl mir schon ein Schiff fehlt.

An dieser Situation sieht man sehr schön, wie ein ganzer Turnierverlauf von einem einzigen Würfelwurf abhängen kann. Stirbt Wedge in dieser Situation nicht, besteht eine gute Chance, dass ich das Spiel verliere. So konnte ich es nach wirklich hartem Kampf doch noch mit 200:133 für mich entscheiden. Ist immer Schade, wenn man bei solchen Events gegen Teamkollegen ran muss. Dennoch, ich stehe jetzt 3: 1 und brauche noch einen Sieg in moderater Höhe aus 2 Spielen und sollte damit den Cut klar machen können, denn 8 Spieler mit 4 Siegen werden weiterkommen.

Lara verliert gegen einen, nein, nicht Drohnen-, sondern Sinkerschwarm.

Runde/Spiel 5

Jetzt geht’s gegen Chiraneau / Whisper. Ich meine, es ist ein günstiges Match up, vermute aber auch stark, dass mein Gegner sehr genau weiß, wie er mit der Liste umgehen muss, wenn er 4:1 steht.

Sehr praktisch, dass ich ja erst vor einer Woche in Rosenheim schon mal dagegen gespielt habe, wenn auch mit einer anderen Liste.

Der Deci stellt sich von mir aus links oben auf, Whisper rechts. Ich flieg erstmal langsam gerade, denn erstens soll Whisper ja nicht gleich übermütig werden und zweitens muss ich mal sehen, was sich so entwickelt. RAC kommt die Kante entlang und Whisper dümpelt in ihrer Ecke herum. So weit, so erwartbar. In Runde 2 oder 3 banke ich gestaffelt von innen nach außen mit 1-3er Banks nach innen. Damit bedrohe ich weiterhin Whisper, kann aber auch auf Rac drehen, wenn ich will. An diesem Punkt des Spiels macht mein Gegner einen vorentscheidenden –

ich will nicht sagen Fehler

– aber eine Aktion, mit der er das Blatt, ohne es zu ahnen, in meine Richtung wendet:

RAC setzt einen Blinker! Er dreht seinen Arc von vorne zur Spielfeldmitte, ohne dass er deswegen schießen würde können. Damit ist mir klar was folgen wird: Jererrod-Boost mit anschließendem Bank, um an meiner Spielfeldkante entlang zu fliegen. Meine Staffel dreht hart links ein zurück Richtung meiner Kante.

Und Rac macht genau das, was ich vermutet habe!

Er bezahlt den Move im konzentrierten Feuer mit 8 Treffern, während Whisper noch nicht wirklich ins Geschehen eingreifen kann und nur einen Range 3 Schuss hat.

Rac ist nun an meiner Kante festgenagelt. Gerade aus lasse ich ihn nicht weg. Er kann nur hart zur Mitte drehen. 2 Runden später ist er abgeschossen und ich kann mit allen Schiffen auf Whisperjagd gehen. Das Spiel endet 200:34, ich habe nur einen halben Khirax und einen halben Seevor verloren.

Der Cut müsste jetzt save sein, ich kann Spiel 6 gemütlich angehen.

Lara verliert gegen Rebellen Salat, spricht einen X-Wing-Satz für die Ewigkeit: „Du weißt, dass etwas schief gelaufen ist, wenn du deinem Gegner erklären musst, wie Gaswolken funktionieren.“ und dropped. Sie hat nicht vor, meine 0:6 Eindhoven-Nummer zu kopieren.

Runde/Spiel 6

Ja, was steht denn da? 3 ARCs und Obi Wan. Da ich heuer selbst eine Weile 4 ARCs gespielt habe, ist mir nur zu bewusst, was für ne Menge Holz das ist. Egal, ich kann es entspannt angehen. Was folgt ist ein Musterbeispiel für einen weiteren X-Wing-Satz:

„Wenn zwei jousten, hat einer Unrecht“.

Es ist mir sehr recht, dass wir gegenüber stehen, denn so kann ich über die Rule of 11 berechnen, was ich tun muss, um in Runde 2 auch die zweite Reihe meiner Schiff in Range 3 zu haben und Torkil und Seevor einsetzen zu können. Dieser Teil des Plans geht auf, leider blanked ein Khirax in der Offensive aus und der Ini 0 ARC überlebt mit 2 Hülle. Er stirbt in der Runde darauf, und Obi Wan, der unglücklich in R1 vor einen geturnten ARC geparkt hat, verliert alle Schilde. Von da an geht es mit der gegnerischen Staffel rapide bergab. Obi Wan disengaged nicht, um Schilde zur regenerieren, sondern bleibt in der Offensive.

Er geht bald vom Feld.

Am Ende steht ein 200:38 für mich.

Ich stehe auf Platz 2 von Tag 2, bin im Cut, sacke alle Scum Fractionspreise ein und bin SEHR glücklich! Jetzt geht’s noch in die Altstadt, was essen, fachsimpeln und sich freuen, denn auch Teamkollege Minh steht im Cut.

T plus 1, Düsseldorf

Häh?! T +1?

Nun ja, nach all den misslungenen oder knapp gescheiterten Anläufen auf einen großen Cut und der anhaltenden Erfolglosigkeit in 2.0 habe ich eher erwartet, dass das Turnier für mich früher zu Ende geht. Seit dem Vorabend wusste ich, dass es gegen 4 Lambda Shuttles geht und mit Alexander gegen einen Spieler, den ich zwar noch nicht persönlich kenne, der aber dem Hören-Sagen nach nicht ganz erfolglos X-Wing spielt. Schwieriges Match up, aber auch nicht vollkommen unmöglich.
Am Morgen noch per Whats App Taktiktipps von Bene und Matthias eingeholt:

Möglichst die German Line bei den Astis und auf keinen Fall direkt gerade drauffliegen.

Klingt nach einem Plan. Den Swing around mochten meine 4 ARCs schon nicht, mit großen Basen muss das noch sehr viel schwieriger sein.

TOP 32 Cut

Als ich ankomme, stelle ich fest, das Spiel wird gestreamed.

Will ich das? Ich denk nicht lange nach. Ja, denn wenn es schief geht, kann ich im Video die Fehler analysieren.

Das Spiel beginnt gleich mal mit einem Faux Pas meinerseits. Ich habe meine Räder noch nicht gestellt, als Alexander schon mit seinem Systemphase Jerjerrod Boost beginnt. Das ändert aber nichts. Ich bin mit dem Astifeld zufrieden wie nie zuvor und der Plan für den Anflug ist so zwingend wie nur irgendetwas. Ich gehe 2 und 4 gerade, drehe mit einer harten 2 ein. Die Shuttles kommen derweil von der anderen Spielfeldseite. Natürlich stehe ich jetzt in 3er-Reihe aufgefädelt, was nicht ideal ist, aber der Shuttle-Konvoi ist noch länger. Ich kann mit 4 Schiffen schießen, eröffne mit Seevor, jamme das Verstärken weg, lege Hit Focus. Alexander entscheidet sich auch sein Focus auszugeben und das Shuttle ist vollständig gestripped.

Meine roten Würfel sind glühend heiß, Leerseiten offenbar nicht existent.

Alexander nimmt das, zumindest nach außen hin, mit der bewundernswerten Coolness eines Norddeutschen, aber sein Shuttle ist ein rauchendes, schwer angeschlagenes Wrack mit noch 2 oder 3 Hitpoints und Structural Damage Crit. Im Gegenzug verliert ein Khirax 1 Schild.

Nun gilt es irgendwie wenigstens halbwegs sinnvolle Manöver zu finden, um aus der nun unvermeidlichen Bumperei noch irgendeinen Nutzen zu ziehen. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Ein weiteres Shuttle wird schwer gezeichnet, erhält ebenfalls den Structural Damage Crit, Seevor überlebt 2 Range 1 Schüsse. In den beiden folgenden Runden gehen die beiden schwer beschädigten Shuttles und Seevor vom Feld. Sai‘s Coordinate ist kein Faktor, da ich 2x Blocks setzen kann. Das Gefecht entzerrt sich, ein 3. Shuttle kommt dem Rand zu nahe und nicht mehr herum. Es fliegt mit noch 8 Hitpoints vom Feld.

Die Schlacht ist entschieden.

Ich gewinne 150:68.

TOP 16 Cut

Ich treffe erneut auf Fabian aus Spiel 3 vom Vortrag. Diesmal stelle ich mich nicht so blöd an. Ich tausche im ersten Beschuss einen Khirax gegen Zuckuss.

Sieht gut aus.

Kurz danach stecke ich heftig ein, verliere dabei auch Seevor.

Das Spiel schwingt wieder in Fabians Richtung.

Wir müssen beide unsere Schiffe drehen, schießen eine Runde komplett unmodifiziert. Das ganze Spiel über sollten meine unmodifizierten Schüsse besser ausfallen als die modifizierten. Die Runde geht klar an mich, das Spiel neigt sich wieder auf meine Seite. Mein Torkil schießt seinen ab. Es stehen noch sein Seevor und Sol Sixa gegen 2 rauchende Khirax und Torkil ohne Schilde. Ich liege knapp in Front, als Sol noch eine Seismic auf eine Gaswolke legt. Fabians Seevor, der nur noch 1 Hülle hat, dreht hart ein, kommt der Wolke zu nahe. Die Rolle links geht nicht und die nach rechts bringt ihn noch näher. 2 Khiraxe, Seevor und Sol nehmen einen Schaden, Seevor explodiert.

Ich gewinne 170:156.

Es ist nicht zu fassen, ich stehe im Viertelfinale!

TOP 8 Cut

Nun geht es gegen Manish und Vader, Whisper, Duchess.

Kein gutes Match up.

Ich mache mir wenig Illusionen hinsichtlich meiner Chancen, bin wirklich tiefenentspannt. Ich bin weitergekommen, als ich zu hoffen gewagt habe, ich habe nichts zu verlieren. Manish dagegen wirkt auf mich sehr nervös.

Er stellt Vader und Whisper links oben auf, die Duchess rechts oben. Ich habe mich auf meiner Seite rechts in Stellung gebracht und eröffne mit einem 2er Turn nach links. In Runde 2 drehe ich mit einem 2er Turn rechts zurück Richtung gegenüberliegender Feldseite. Ich will ihn so zwingen mit dem Umfassungsmanöver der Duchess möglichst lange warten zu müssen und mich zugleich Vader anzunähern, der erwartungsgemäß verhalten gestartet ist.

In Runde 3 drehe ich wieder hart nach links Richtung Whisper und Vader. Duchess kommt aus der Deckung, fliegt mir in den Rücken und macht prompt 3 Treffer auf einen Khirax. Sie ist einfach zu schnell. Es gibt noch ein wenig Geplänkel mit Whisper, aber es passiert nix besonderes. Dann ist es soweit, mein Attack Run auf Vader kann beginnen. Manisch fragt nach dem schnellsten Manöver des Khirax, woraus ich schließe, dass er mit Vader erneut kurz fliegen wird. Mein vorderster Khirax fliegt nen 3er Bank rechts und rollt links, steht perfekt für den Block der kurzen Gerade und genau das passiert auch. Ich setze Vader auf Ini 0.

Was für eine Chance!

Leider blasen Whisper und die Duchess, den beschädigten Khirax ins Nirvana, er fehlt mir beim Beschuss von Vader, der 0 Schaden bekommt.

Ich lade meine Verteidigungswürfel in den Würfelbecher und warte auf Vaders Ini 0 Attacke. Manisch macht keine Anstalten. Ich klappere ein wenig mit den Würfeln, er nimmt seine Manöverräder auf.

Ich ringe mit mir…. Manish hat vergessen, dass Vader noch schießen kann!

Die Sekunden verstreichen. Schließlich mache ich ihn darauf aufmerksam und Vader schießt noch.

Oh Mann! Hit Crit aus der Hand. Ich lege 2 Evades. Gibt es einen Würfelgott?

In der nächsten Runde kann ich Vader mit einem weiteren Block am Entkommen hindern, setze ihn wieder auf 0. Nun wird mein vermeintliches Fair Play aus der Runde zuvor belohnt, denn ich übersehe in meiner Begeisterung über einen Range 1 Schuss mit einem Khirax, dass ich mit Seevor zuerst schießen muss. Nun lässt Manish mich den Schuss nachholen und Vader geht auf 2 Hülle.

Was wir beide wohl in der Situation nicht auf dem Schirm hatten: jedes Schiff MUSS engagen, dann kann man entscheiden, ob man angreift oder nicht. Die jeweilige Situation wäre ohnehin zurück zu drehen gewesen.

Vader stirbt erst in der nächsten Runde, das war wohl mindestens eine zu spät, um das Spiel noch zu drehen.

Ich verliere 69:115.

Fazit

Ich bin kein bisschen traurig, freue mich über das Erreichte und wie sich zeigen sollte, bin ich gegen den neuen Deutschen Meister ausgeschieden. Kann man schon mal machen.

Gratulation an dieser Stelle an Manish!

Dieses Turnier hat wieder gezeigt, dass wirklich alles passen muss, um bei einem Großen Turnier erfolgreich abzuschneiden.

Es braucht eben die perfekte Welle.

Neben halbwegs passablen Skills, müssen auch die Match ups stimmen, die Listenwahl, die innere Einstellung und ja, auch die Würfel. Und die waren über 2 Tage hinweg mehr als nur zufrieden stellend.

Danke an die zuhause geblieben Squadronisten, für die unglaubliche Begeisterung im Team Chat und die Taktiktipps vor den Spielen, als es dann drauf ankam. Ihr seid echt abgegangen! Es ist tatsächlich so, dass einen so eine Begeisterung irgendwie trägt.

Danke auch an mitgereisten Squadronisten, die sich mit Minh und mir über unseren Erfolg freuen konnten, auch wenn es bei ihnen nicht so rund lief.

Ich hatte noch nie so viel Spaß an X-Wing wie an diesem Wochenende!