Casual Turnier in Rosenheim am 20.10.2018 mit 22 Teilnehmern

Autor: Bene “Machkaputt”

Mein erstes 2.0-Turnier, mein erster Turnierbericht, in der Squadrona-Homebase in Rosenheim.

Kein offizielles Turnier, aber ohne List Juggler, den wenigen Turnieren mit gestreamten Spielen, dem bedingt repräsentative Coruscant Invitational (verpflichtend zu spielende Karten; Boba & Leia Crew, Ruthless) war ich gespannt, welche Listen auf dem Turnier vertreten sein würden. Nach Monaten harter 1.0-Meta-Stein-Schere-Papier-Listen ein gutes Gefühl.

Die letzten Wochen lief unsere lokale Whatsapp-Gruppe heiß:

Tie Bomber sind zu günstig, Quadjumper hebeln Spielmechanismen aus, Schwärme mit vielen Würfeln und Hitpoints würfeln alles von der Platte; viel Diskussion, es fiel das Wort Populismus, viele Meinungen ohne Turniererfahrung.

Nach 16 2.0-Trainingsspielen konnte ich den oben genannten Punkten bedingt zustimmen.
Bomber sind sehr stark, Quadjumper können nicht ignoriert werden, beide sind zu günstig im Vergleich zu anderen Schiffen, ein Ace ist vor 6×2 roten Würfeln auf Reichweite 3 nicht sicher; eigentlich muss man nur genügend Hitpoints mit vielen roten Würfel aufstellen. Auf der anderen Seite: Bomber können unterflogen werden, wie Quadjumper gehen Crits direkt auf die Hülle und das neue Schadensdeck bestraft einen sehr hart dafür.


Listenentwicklung

Mit diesen Gedanken machte ich mich an den Listenbau. Ich bin kein starker Schwarmspieler. Drei-Schiff-Listen liegen mir eher. Meine erste Wahl fiel auf Rexler Brath
mit Juke und Collision Detector. Ein kostenloser Evade-Token, freier Flug durch Hindernisse, Schub (!), eine ungerade Zahl an Hitpoints; der Defender ist ein Gewinner von 2.0. Mit Finte und dem neuen Schadensdeck ist Rexler brandgefährlich. Gegen Schärme braucht er trotzdem ein wenig Hilfe: einen Wingman der Aufmerksamkeit erzwingt und Druck aufbauen kann. Die sehr einfache Wahl fiel auf Redline mit Protonentorpedos, Protonenbomben, Flugbahnsimulator und einem eingebauten “Push the Limits” für 61 Punkte.

Total Banane.

Als Füller wählte ich die Herzogin, die für 42 Punkten einen eingebauten, stressresistenten Schub mitbringt und sich mit Initiative 5 gut in die Staffel fügt.

Das wären 196 Punkte. Damit war ich angesichts der vielen starken Initiative 5-Schiffe (Luke, Thane, Boba, Guri u.v.m.) nicht zufrieden. Redline braucht seine Zielerfassungen, die Herzogin entfaltet ihre Stärke im Flug als Letzte, weniger als Blocker. Der Collision Detector musste gehen. In Testspielen war er seine Punkte wert, aber im Grunde könnte man auch stattdessen einfach sauber fliegen: 191 Punkte.

Rexler ist ein Biest, aber angesichts der vielen Initiative 5-Schiffe wäre ein Initiative 6-Schiff gut, um einen Rückschuss zu vermeiden. Soontir bringt mit den bestehendem/r Wingman/Wingwomen zu wenig Schlagkraft und verzeiht keinen Fehler. Vader erfüllt dagegen meine Anforderungen an Punktkosten, Initiative, passiven Modifikationen und Angriffsstärke. Mit 188 Punkten hatte ich dann doch das Gefühl, zu niedrig zu pokern. Die Herzogin erhielt eine Finte:


“Redline” (44)
Trajectory Simulator (3)
Proton Torpedoes (9)
Proton Bombs (5)

Darth Vader (70)
Supernatural Reflexes (12)
Fire-Control System (3)

“Duchess” (42)
Juke (4)

Total: 192

View in Yet Another Squad Builder 2.0


Das Turnier

Es traten 22 Spieler im gewohnt angenehmen Ambiente des BB Spiele in Rosenheim an. Eine Mischung aus neuen und erfahrenen Spielern aus München, Rosenheim und Hinterland. Gespielt wurden vier Runden ohne Cut.

Spiel 1:

In der ersten Runde traf ich auf einen unserer Münchner Spieler, Manu. Manu und ich hatten sowohl in der Münchner Liga, als auch bei einem Store Championship das Vergnügen und standen 1:1.

Als überzeugter Anhänger des Imperiums stellte er Lieutenant Sai, Mareek Stele, Soontir und eine Herzogin auf. Mein Ini-Bid von 8 Punkten zahlte sich aus und ich konnte die Initiative abgeben. Redline stellte sich zum Joust gegenüber Sai und Mareek auf, meine Herzogin und Vader starteten auf der anderen Flanke. Das Spiel startete nach Plan.
Redline stürmte vor, warf Sai und Mareek eine Bombe entgegen und entkam mit harter Kurve und Schub aus beiden Winkeln und aus dem Bombenradius (und erhielt als

Belohnung ein Target Lock auf Manus Gräfin; warum auch nicht?). Meine Herzogin und Vader flankten, Soontir gab einen Warnschuss auf die Herzogin ab…. und verlor in der Runde darauf den Stand Off mit Vader. Das Spiel schien auf meiner Seite. Aber mit halben Punkten auf kleinen Schiffen bleibt es bis zum Ende spannend; eine schöne Neuerung in 2.0. Am Ende schickte Vader Sai nach Hause, bevor dieser von der Platte fliegen konnte und die Herzogin konnte Mareek und ihrem Double entkommen.

Sieg 122:84


Spiel 2:

Runde 2 hielt eine Scum-Trickkiste (Benedikt) bereit. Boba mit 0-0-0, Maraudeur-Titel, Dengar, Seismic begleitet bei Han mit Trickschuss, Titel, IG-Crew, Lando und L3-37 in der Rettungskapsel (Upgrades nicht vollständig). Benedikt hatte kurz zuvor meinen “Mit-Münchner” Sven (Whisper mit Sloane und 5 Ties) besiegt, weshalb ich das Spiel mit größtem Respekt begann. Boba ist schnell, wendig und mit seinen passiven Modifikationen extrem stark; mit Dengar an Bord kann der eine zusätzliche Schaden leicht das Zünglein an der Waage (z.B. zu den halben Punkten auf Vader) sein. Und während Boba im Nahkampf wütet, tanzt Han um die Trümmerfelder.

Trotzdem bescherte mir mein Ini-Bid einen großen Vorteil. Meine Schiffe starteten in einer Ecke, Boba mittig, Han schräg gegenüber. Redline stürmte vor und verpasste fast Boba, der in zwei Zügen durch die Kartenmitte dengelte. Han hielt sich zahm am Plattenrand auf und kam zu spät zu Bobas Party.

Meine Schiffe erfüllten ihre Aufgaben:

  • Redline musste gehen, konnte aber seine Torpedos und Bomben loswerden.
  • Die Herzogin lenkte Beschuss von Vader ab.
  • Vader erledigte sowohl Boba als auch Han. L3-37 räumte freiwillig das Feld.

Sieg: 200:84


Spiel 3:

Meine schwierigsten X-Wing-Spiele habe ich in der Regel gegen Nicht-Meta-Listen. Auf Meta-Listen bereitet man sich vor, schaut sich Videos auf Youtube an, weiß im Vorfeld, was man zuerst rausschießt. Für Swens Liste (Surfschule Tatooine) brauchte ich erst einmal ein paar Minuten, um zu verstehen, was da überhaupt auf mich zukam. Nora im Arc mit Crackshot und Chopper, Lt. Blount mit Crackshot, Airen Cracken mit Crackshot, Sabine Wren mit Finte und AP5 (mit heißen, roten Würfeln). Das sah nach Zufallsgenerator aus, sollte sich aber als harte Herausforderung entpuppen.

Swens Schiffe starteten in loser Formation. Die Initiative ging an Swen. Redline preschtnach vorne und erwischt Lt. Blount gleich in der ersten Runde mit einem Torpedo, leider nur mit einem Treffer. In der anschließenden Runde entkommt Redline elegant aus vier Feuerwinkeln, eine Protonenbombe nimmt drei Schilde. Trotzdem will alles nicht in die Gänge kommen. Es passiert das, was ich eigentlich immer vermeiden will. Ich teile Schaden auf. Nora steckt zwar ein, aber nicht genug. Gleichzeitig kramt Swen jede Runde etwas Neues aus seiner Trickkiste. Sabine rollt vor ihrem Manöver und bekommt über die linked action einen Evade-Token, den Stress baut sie anschließend mit einem blauen Manöver ab.
AP5 koordiniert Fassrollen auf Nora, Airen schießt, koordiniert eine Fassrolle auf Lt. Blount, der plötzlich meinen Vader im Arc auf Reichweite 1 hat (ganz knappes Höschen). Nachdem Redline den Heldentod gestorben ist (Seine Ladung ist wieder komplett raus.), schlängelt sich Vader durch den Rebellenabschaum. Und steht vor Nora auf Reichweite 1. Der Ini-Kill ist zum Greifen nahe. Und sie bleibt mit einer Hülle stehen. Swen sagt vier Crits an, würfelt dann netterweise nur drei Crits und einen Hit aus der Hand und Vader stirbt.

Keine Beschwerde über Würfel an dieser Stelle. Wer sich so hinstellt, muss das bei aller Varianz hinnehmen. Wenn man schlechte Würfel vermeiden will, muss man besser fliegen.
Nora wird zwar von der Herzogin bestraft, aber am Ende stehen noch vier mehr oder weniger rauchende Rebellen auf der Platte.

Niederlage: 169: weniger


Spiel 4:

Im letzten Spiel wurde ich gegen einen Rosenheimer Stammgast, Torsten, gepaart. Seiner Vorliebe zu Strikern blieb er treu und stellte drei davon zusammen mit Lt. Sai auf. Sai hatte selbst Vader und Sloane an Bord. Sloane ist ein nerviges Biest und den Stress von einem zerstörten Striker kann ich allenfalls auf Redline verkraften. Aber schön ist das trotzdem nicht.

Meine eingefahrene Strategie (Redline bullied, Vader/Herzogin flanken) machte Torsten fast zunichte, indem er mit seinen Strikern schnell in die Ecke flog, in die eigentlich meine beiden Aces wollten. Während Redline auf Sai zu rollte und sich wunderte, warum die Striker es so eilig haben, brach bei Lord Vader die Panik aus. Er drehte, wendete und brauchte drei Runden, um wieder in das Gefecht zurückzukehren. Währenddessen schaffen es Redline und Herzogin mit ein paar glücklichen Würfeln Sie zu zerstören. Als Vader seinen Turbojäger wieder ausgerichtet hatte, bleiben noch drei rauchende Striker, denen er gerne begegnete.

Sieg 200:23


Am Ende eines sehr entspannten Turniers reichte meine MoV für Platz 3.

Sehr verdienter Sieger des Tages war Swen mit seiner zusammengewürfelten, aber sehr effektiven Rebellenliste.

Einen großen Dank an dieser Stelle an BB Spiele für die Organisation und die tollen Preise (u.a. drei Promo-Schadensdecks!).

Mein Fazit zu den Spielen.

Das junge 2.0-Meta hatte es an diesem Tag nur vereinzelt nach Rosenheim geschafft. Es war kein einziger Bomber vertretern. Die beiden Quadjumper, die ich gesichtet habe, haben sich in Runde 1 gegenseitig über die Platte geschoben. Meine Kalküle sind in den vier Schiffen aufgegangen: Die 8 Punkte Ini-Bid (4 Punkte in 1.0!) haben mir erhebliche Vorteile verschafft, ebenso das Initiative 6-Schiff mit einer situativ einsetzbaren Fassrolle vor Ausführen des Manövers (zwei Potentiale, die ich in Spiel 3 nicht gehoben habe). Die Herzogin wäre prima ohne Finte ausgekommen. Sie kam einmal zum Einsatz. Damit habe ich jedem meiner Gegner zwei Punkte geschenkt. Erscheint nicht viel, aber kann auf einem großen Turnier durchaus den Einzug in einen Cut verhindern. Zu Redline muss man wenig Worte verlieren. Jetzt haben wir den Punisher alle einmal abgestaubt und gespielt. Die Punktkosten für ihn müssen im neuen Jahr nach oben.