BB-Spiele Star Wars X-Wing 2.0 Turnier Februar 2019

Autor: Bene “MAcHKAPUTT”

Letzten Samstag fand das erste Turnier (Extended Format) nach der ersten Punkteanpassung in 2.0 bei BB-Spiele in Rosenheim statt. Die Hälfte der Teilnehmer starteten für die Squadrona Bavariae, insofern betrachteten wir es als Trainingscamp für die anstehende Turniersaison.

Ich selbst hatte seit Bekanntgabe der neuen Punkteanpassungen vorwiegend imperiale Listen getestet. Die verschiedenen Iterationen beinhalteten eine Mischung aus Decimatoren, Reapern, Phantomen und Tie Fightern. Nach etlichen Testspielen war ich von einer Drei-Schiff-Kombination aufgrund des eingeschränkten Schaden-Outputs nicht überzeugt. Die getesteten Phantome lieferten in den Listen jedoch immer eine solide Performance. Die Anpassung für Juke fällt bei ihnen nicht ins Gewicht. Das führte mich letztendlich zu den bisher sehr starken vier generischen Phantomen mit Juke.

Die Punkteanpassungen haben zwar die Kosten für diese Schiffe erhöht. Die Anpassungen an anderen Schiffen bzw. Upgrades könnte sie jedoch noch stärker machen: Protonentorpedos werden weniger auftauchen; ebenso Bombenteppiche von z.B. Punishern, die die so wertvolle Bewegungsfreiheit der Phantome einschränken. Verschwinden werden diese Bedrohungen nicht. Da diese Schiffe bzw. Upgrades nun jedoch fair bepreist sind, wird der Gegner Abstriche bei den Begleitschiffen machen müssen.

Ein Phantom mit Juke kostet nun also 51 Punkte, ein viertes wäre nur mit einem günstigeren Talent Upgrade möglich. Diesen Platz sollte nach Möglichkeit meiner Meinung nach ein ähnlich flexibles Schiff (mit drei roten Würfeln) einnehmen. Ich entschied mich für dieses Turnier für die Duchess, die mit ihren 42 Punkten einen Fünf-Punkte-Initiative-Bid ermöglicht, oder noch Platz für ein Upgrade lässt. Die Duchess ist toll, da sie drei Rollen einnehmen kann:

Lockvogel, Flanker oder Blocker.

Meine Strategie ist, den Gegner mit der Duchess in einer dieser drei Rollen so zu beschäftigen, dass die Phantom-Rotte mein Primärziel währenddessen sicher eliminieren kann.

Meine Liste

Fliegerass der Sigma-Staffel (46)
Finte (5)

Fliegerass der Sigma-Staffel (46)
Finte (5)

Fliegerass der Sigma-Staffel (46)
Finte (5)

„Herzogin“ (42)

Total: 195

View in Yet Another Squad Builder 2.0


Runde 1

Gespielt wurden 4 Runden. Ein Spieler konnte leider erst zur zweiten Runde erscheinen.

Ich hatte das „Glück“ mit ihm für Runde 1 gepaart zu werden und hatte einen automatischen 200:00 Sieg.

Das war sehr schade, da ich eine Möglichkeit weniger hatte, die Liste zu testen; und weil er später mit einer Doppel-Decimator-Liste antreten würde, gegen die ich nur zu gern einmal geflogen wäre: 34 Hitpoints rücksichtslose Gewalt mit u.a. Intimidation, Vader, Fifth Brother, Tua, ohne grüne Würfelvarianz.

Die Liste sollte im weiteren Turnierverlauf alle weiteren Spiele gewinnen.


Runde 2

Mein erstes tatsächliches Spiel gegen eine bekannte Liste von Manu, einem meiner Mit-Münchner:

Trickshot Blackout, Lt. Tavson mit Collision Detector, Quickdraw mit FCS und Shield Upgrade.

Quickdraw und Blackout starteten jeweils in gegenüberliegenden Ecken, das Shuttle in der Mitte. Auf das Shuttle zu schießen ermöglicht den beiden Assen zusätzliche Aktionen sowie dem Shuttle weitere Würfelmodifikationen durch die Pilotenfähigkeit. Mein Primärziel war deshalb Blackout, Quickdraw sollte folgen. Meine Phantome starteten in der Mitte, die Duchess gegenüber Quickdraw. Die Phantome schwenkten nach rechts, die Duchess tänzelte auf der Stelle, Blackout schwenkte nach innen, Quickdraw und das Shuttle rollten nach vorne. In der darauffolgenden Runde machte ich einen spielentscheidenden Fehler. Ich antizipierte, dass das Shuttle auf meine Phantome eindrehen würde und entschied mich zwei davon wieder „zurück“ in die Mitte zu holen, während eines einen weiten Bogen machen sollte, um Blackout zu beschäftigen.

Das Shuttle fuhr leider weiterhin gerade nach unten.

Die Duchess schaffte es zwar Quickdraw zu blocken, aber ohne großen Effekt. In Folge verlor ich eines der eingedrehten Phantome und obwohl ich Blackout schnell mit dem flankierenden Phantom und der nach Blackout fliegenden Duchess erledigen konnte, schaffte ich es nicht mehr, Quickdraw zu erledigen. Das Shuttle verhinderte, dass ich mich voll auf den Tie SF fokussieren konnte. Das Spiel endete mit einem vollen Shuttle und einer vollen Quickdraw sowie einem halben und einem ganzen Phantom auf meiner Seite.

Ein völlig verdienter Sieg für Manu, da ich meine Ziele falsch priorisiert hatte.


Runde 3

In dieser Runde stand mir eine Liste – von dem sehr angenehmen Rosenheimer Spieler Thorsten – gegenüber, die ich nur zu gerne erfolgreich sehen möchte:

Rey und Poe mit allerlei Upgrades.

Eine Liste, die sich sehr schön fliegen lässt, aber leider jeden kleinen Fehler massiv bestraft:

keine robuste Liste für einen langen Turniertag.

Ich versuchte ein möglichst enges Hindernisfeld in der Spielfeldmitte zu legen, was mir auch gelang. Die Phantom-Rotte sollte meinem Primärziel Rey entgegenkommen und zwar so, dass Rey im ersten Beschuss möglichst schräg „um die Ecke“ kommt, während die Rotte parallel zum Spielfeldrand zeigt. So sollte nach Möglichkeit der gefährliche Front Arc von Rey umgangen werden. Die Duchess hatte in diesem Set Up die Rolle des Flankers. Poe beachtete ich nicht, da er zu viel Angst vor einer direkten Konfrontation mit den Phantomen haben und der Duchess nicht durch das enge Hindernisfeld folgen würde.

Der Plan ging teilweise auf:

Rey kam schräg um die Ecke und hatte nur ein Phantom in ihrem Front Arc; Poe flog langsam hinter Rey hinterher ohne eine Bedrohung zu sein. Leider hatte ich ein Phantom auf einen Stein gesetzt und absolut verdient ein Schild eingebüßt. Trotzdem konnte ich in dieser Beschussrunde Reys Schilde nehmen. Die folgenden zwei Beschussrunden sollten brutal werden. Rey nahm mit einem starken Schuss ein Phantom heraus, die Duchess und die verbleibenden Phantome konnten sie im Gegenzug zerstören. Poe war zwar mittendrin, aber nur als Zuschauer und ärgerte sich, dass seine 6 Punkte-Ferrosphere Paint aufgrund meiner Unfähigkeit, Ziele zu erfassen, in diesem Spiel nicht zum Einsatz kommen würde. Poe wurde gezwungen zu fliehen und hatte meinen drei Schiffen nichts mehr entgegenzusetzen.


Runde 4

Ich hatte mich nach der Niederlage in Runde 2 bereits entspannt, da ich einen Turniersieg nicht mehr für möglich hielt. Als ich die Standings betrachtete, stellte ich jedoch überrascht fest, dass ich

  1. mit dem einzigen 3:0 stehenden Spieler für die letzte Runde gepaart wurde und
  2. ich bei einem Sieg mit ein bisschen Glück bzw. guter MoV noch Chancen auf den Turniersieg haben würde.

Ich brauchte also ein sehr gutes Ergebnis und gleichzeitig passive Hilfe der anderen Spieler

ich wünsche meinem Teammitglied Matthias stets das Beste, aber in dieser Situation durfte er gerne mit einem knappen Sieg aus der letzten Runde hervorgehen 😊.

Mein bisher ungeschlagener Gegner war mein Team-Buddy Rudi, der mit seiner Initiative 5-Doppel-T70, Doppel A-Wing-Liste eine starke Herausforderung für meine Liste sein würde.

Zuvor hatte er damit einen 7er-Tie-Schwarm geschlagen. Insofern hatte ich den größten Respekt vor der Partie.

Die Duchess erhielt den Auftrag, Rudis Schiffe von meinen Phantomen wegzulocken, und startete schräg gegenüber zu seiner Staffel. Die Initiative hatte ich danke meines Ini-Bids an Rudi gegen können. Die Phantome starteten mittig und zogen sofort Richtung Duchess, um sich im darauffolgenden Zug in der Ecke mit einem K-Turn neu auszurichten.

Anmerkung:

Ohne das Hilfsmittel des auf R2 zum Spielfeldrand liegenden Stein hätte ich mich dieses Manöver nicht getraut. Danke hier an unser neuestes Teammitglied Steka für den Hinweis
.

Die Duchess zog währenddessen nach oben und präsentierte sich dem Widerstand:

Zu meinem Glück schluckte Rudi den Köder.

Hätte er alle Schiffe auf meine Phantome ausgerichtet, wäre wahrscheinlich eines ohne Rückschuss gegangen, da mir der K-Turn die Runde zuvor nur einen grünen Token je Schiff ermöglicht hatte. Die T-70 flogen jedoch gerade aus, die Duchess verzichtete auf ihre Fähigkeit und entkam mit einem Aileron-Bank und einem anschließenden 3er-Bank aus fast allen Feuerwinkeln hinter das Trümmerfeld am rechten Rand. Nien Numb wurde in dieser Runde schwer beschädigt. In der darauffolgenden Runde machte Rudi alles richtig und eliminierte ein Phantom mit konzentriertem Feuer, während ich meine Chance verpasste Nien zu erledigen. Gleichzeitig war ich gezwungen auf einen der A-Wings zu schießen; keines meiner Primärziele, weil die T-70 einfach leichter zu fangen sind.

Die folgenden Runden waren geprägt von meiner Untergangs-Jammerei,

weil ich mehr damit beschäftigt war, meine Schiffe aus Gefahrenzonen zu ziehen, als Feuer zu konzentrieren. Die entscheidende Wende war der Verlust von Nien und L’ulo in einer Runde. Mein Vorsprung war zwar wacklig (ein Phantom war 2, bzw. die Duchess 1 Schaden von den halben Punktkosten entfernt), mein anschließender defensiver Stil

getarnt bleiben, keine Gier

sicherte mir jedoch einen soliden Sieg. Dem Schimpfen meines Teammitglieds Matthias vom hinteren Spieltisch entnahm ich, dass ich die passive Unterstützung erhielt, die ich zum Turniersieg brauchte.


Fazit

Das Turnier erbrachte mehrere Einsichten.

Die persönliche:

Das theoretische Potential meiner Liste hat sich auch in der Realität entfaltet. Die Schiffe ermöglichen eine sehr hohe Flexibilität, bei gleichzeitigem, massiven Schaden-Output.

Dennoch ist die Staffel absolut kein Selbstläufer:

Effektives Tarnen und Enttarnen erfordert vorausschauendes Spiel (zwei Runden Minimum), das vermehrte Aufkommen von starken Ini 5-Piloten erschwert dies zusätzlich. Zudem haben alle Schiffe lediglich zwei grüne Würfel, die oft einen Angriff mit drei oder vier roten Würfeln nicht vollständig negieren können. Je nach Entwicklung des „Ini-Bids“ könnte man die Duchess noch mit kleinen Upgrades ausstatten.

Die Einsicht zur Punktanpassung:

Das Turnier war mit 12 Teilnehmern sehr übersichtlich. Tatsächlich hat die Vielfalt der Listen aber das widergespiegelt, was ich mir von den Punkteanpassungen erwartet habe:

  • keine bzw. sehr wenig Torpedos, kein Trajectory Simulator (wobei es definitiv noch Listen mit diesen Upgrades und großem Potential geben wird: siehe Elusive Heroism von “Such an X-Wing Hipster”)
  • ein vermehrtes Aufkommen von Schwärmen bzw. 4+ Listen (hier: ein Tie-Schwarm, zwei Vier-Schiff-Resistance-Listen, zwei imperiale Vier-Schiff-Listen)
  • Effizienzlisten (maximierte Anzahl an roten Würfeln mit vielen Hitpoints): Zeb mit Leia im Attack Shuttle plus vier Ion Cannon/Veteran Gunner-Y-Wings
  • mehr große Schiffe: Doppel-Deci, Hate Asajj (in Begleitung von Palob, Quadjumper, Cpt. Seevor, nun fair[er] bepreist, weiterhin ein großer Pain i.t.A.), Falken
  • Droid Attack: Triple-Jamming-Beam-Doppel-Krabben-4-Lom (leider mit nur einem Sieg, aber zwei sehr knappen Niederlagen)

Dabei hat kein Stil per se bessere Leistungen erzielt. Auf den ersten vier Plätzen fanden sich zwei 4-Schiffe-Listen (meine sowie die Ini 5-Resistance-Liste von Rudi) sowie eine First Order Doppel-Ass-Shuttle-Liste (Manu) und der massive Doppel-Deci-Block.

Der Begriff „Staffel“ passt da irgendwie nicht 😊.

Das System der Punkteanpassung tut dem Spiel sehr gut. Neben der Meta-Regulierung ist ein weiterer Pluspunkt, dass immer wieder andere Schiffe auch kompetitiv verwendet werden können. Das bietet Abwechslung und fordert vom Spieler, sich flexibel auf immer neue Verhältnisse einzustellen.

Mit dieser Herausforderung startet die Squadrona Bavariae in die anstehende Turniersaison.

Darauf freue ich mich persönlich sehr.

Durch unsere spielstarken Neuzugänge in den letzten Wochen und Monaten in München und Nürnberg werden wir dieses Jahr (bisher) auf

  • vier System Open,
  • der MER Trophy und
  • zwei bis drei Hyperspace Trials

vertreten sein.

  😆  Und wir haben Bock darauf!  😆